Stadtbibliothek Ladenburg

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Buchtipp des Monats


Buchtipp im Juli



Kisch, Robert: Vaterkind

Wie schafft man es, ein guter Vater zu sein, obwohl man geschieden ist und das Kind nur am Wochenende sieht? Welche Verhaltensmaximen helfen und wie überlebt man emotional? Gibt es Hilfe und gute Beispiele? Kann man es schaffen, wieder eine neue Beziehung aufzubauen? In seinem neuen Kisch hat mit diesem Buch einen Tatsachenroman abgeliefert. Er beschreibt empathisch und offen seine emotionalen Nöte nach der Scheidung im Umgang mit seinem Kind. Er sucht einen Ausweg aus der Streit mit der Ex-Frau und der Entfremdung zu seinem Sohn, immer begleitet von der Einsamkeit und die Frage nach der Möglichkeit eine Beziehung zu einer neuen Partnerin aufbauen zu können. Alle Gespräche und Auseinandersetzungen führen letztlich zu der Erkenntnis: Nichts wird mehr so sein, wie es mal war, sondern anders.


In einem dokumentarischen Stil gehalten, besonders für Männer in einer solchen Lebenssituation empfehlenswert!


Parks, Tim: Thomas & Mary

Feinsinnig erzählt renommnierte Autor in seinem neuen Buch vom Ende der 30 Jahre andauernden Ehe vonThomas und Mary. Er entwirft das Panorama einer Liebesbeziehung, die sich weiterentwickelt, gleichzeitig aber auch auseinanderdriftet und letztendlich scheitert. Im Vordergrund steht dabei die Perspektive von Thomas.


Humorvoll, tiefgründig und ehrlich!


Tuil, Karine: Die Zeit der Ruhelosen

Frankreich ist tiefer Unruhe und Verunsicherung gezeichnet, die französische Gesellschaft ist gespalten: Terroranschläge, ein wirtschaftlicher Absturz und intrigante Politiker prägen die Wahrnehmung des Alltags. In diesen Strudel kehrt der traumatisierte Romain Roller aus Afghanistan zurück. Er begegnet der Journalistin Marion Decker und beginnt eine Affäre mit ihr. Damit macht er sich den reichen und mächtigen François Vély zum Widersacher. Ein weiterer Handlungsstrang erzählt vom Emigrantensohn Osman Diboula, der es bis zum Präsidentenberater gebracht hat. Seine Herkunft und damit verbundene alte Gefühle gefährden seine Karriere.


Ein aktueller, fesselnder Gesellschaftsroman, den man nicht aus der Hand legt.

Buchtipp im Juni



Annas, Max: Illegal

Der Ghanaer Kodjo lebt nach seiner Scheidung in einer provisorischen Bleibe illegal in Berlin. Eines Tages beobachtet er den Mord an einer Prostituierten. Weil er selbst des Mordes bezichtigt wird, will er sich retten, indem er den Mord selbst aufzukären versucht. Dabei stößt er auf üble Machenschaften von Immobilienhaien. Doch er wird vom Täter entdeckt und muss fliehen und in der Stadt untertauchen.


Anschaulich und verpackt in einen turbulenten Spannungsbogen mit Thriller-typischen Verfolgungsjagden schildert der Autor die Lage von illegalen Einwanderern in Deutschland.


Corvey, Hannah: Heidelberger Wasser

Die alleinerziehende Polizistin Klara hofft auf eine schöne Sommerzeit mit ihrer Tochter. Nicht nur der Dauerregen stört ihren Plan. Vor allem der Mord an einer jungen Frau und der Suizid deren Freundes, des Abschiedsnachricht als Tatgeständnis gewertet wird, erfordert ihre ganze Aufmerksamkeit. Der Fall wird schnell zu den Akten gelegt. Jedoch haben Klara und ihr Kollege Zweifel am Ermittlungsergebnis und kommen dadurch den wahren Hintergründen auf die Spur.


Für Leser*innen mit Freude an Lokalkolorit und einem spannenden Plot!


Hein, Christoph: Trutz

Der Protagnosit des Romans wird Reiner Trutz wird durch glückliche Umstände Schriftsteller. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933 geraten er und seine Frau in Gefahr 1933. Aufgrund privater Beziehungen erhalten sie Visa für die Sowjetunion. Doch die Hoffnung auf Rettung wird durch die brutale Realität in der neuen Heimat erschüttert: Beide müssen Schwerstarbeit verrichten.


Das harte Schicksal vieler Intellektueller spiegelt sich in dieser Erzählung. Heins Erzählkunst und seine exakte historische Recherche erschaffen eine beklemmende Familiengeschichte und liefern damit ein bemerkenswertes Stück Zeitgeschichte.

Buchtipp im Mai



Norris, Barney: Hier treffen sich fünf Flüsse

Durch die Stadt Salisbury, in der englischen Grafschaft Wiltshire gelegen, fließen Nadder, Ebble, Wylye, Bourne und Avon. Diese fünf Flüsse stehen im Roman für fünf Lebenswege, die sich bei einem Unfall kreuzen.
Der Leser / die Leserin erfährt vom Schicksal des Landwirts George, dessen Frau erst wenige Stunden zuvor gestorben ist. Oder von Rita, deren Sohn den Kontakt zu ihr abgebrochen hat, sowie vom 16-jährigen Sam, der um seinen toten Vater trauert. Alison kämpft gegen ihre Sorge um ihren Ehemann und ihre Tablettensucht, während Nachtwächter Liam sich nach Sinn in seinem Leben sehnt.


Preisgekrönt und vielerseits bespochen ist das Debüt des Autors. Der Roman wirft die Frage auf, welche Auswirkungen verpasste Chancen auf einen Lebensweg haben.


Hill, Reginald: Die letzte Stunde naht

Gina Wolfes Ehemann verschwand, nachdem die gemeinsame Tochter gestorben war. Nun, sieben Jahre später, gibt es plötzlich ein Lebenzeichen von ihm. Gina, die von zwielichtigen Gestalten verfolgt wird, bittet den Andy Dalaziel vom Mid-Yorkshire Polce Departement um Hilfe. Auch wenn dieser nach seiner Verletzung bei einem Bombenattentat noch nicht wieder genesen ist, nimmt er sich des Falles an und geht dabei an seine Grenzen. Unweigerlich stößt er dabei auf einen alten Bekannten und scheinbar integren Geschäftsmann.


Reginald Hill ist einer der besten Krimiautoren Englands. Sein umfassendes Werk zeichnet sich aus durch vielschichtige Handlungen, fein gezeichnete Charaktere und hintergründigen Humor. Die Serie um die Ermittler Andrew Dalziel und Peter Pascoe ist dafür ein ausgezeichnetes Beispiel!

Buchtipp im April



Schneider, Noemi: Das wissen wir schon

Die Protagonistin des Romans könnte eigentlich zufrieden sein. Sie hat ihr Studium abgeschlossen, einen intakten Freundeskreis und ein gutes Leben. Dennoch ist sie unzufrieden im Beruf, unentschlossen in ihrem Beziehungsleben. Ihre Mutter, eine Alt-68erin, kann das wenig kämpferische und aus ihrer Sicht uninspirierte Leben der Tochter nicht nachvollziehen. Mit dem Asylsuchenden Mustafa ändern sich auf einmal die Gegebenheiten. Die Ich-Erzählerin scheint ein Betätigungsfeld und sillvolles Engagement gefunden zu haben.


Ein satirischer Blick auf Mutter-Tochter-Beziehungen und Generationenkonflikte.


Foenkinos, David: Das geheime Leben des Monsieur Pick

Nach dem Tod des bretonischen Bibliothekars Jean-Pierre Gourvec, der in seiner Gemeindebücherei von Verlagen abgelehnte Manuskripte gesammelt hat, übernimmt seine Assistentin den mittlerweile stattlichen Bestand. In dieser Sammlung finden eines Tages die aus Paris angereiste Paar Delphine und Jérémie den vergessenen Roman "Die letzten Stunden einer großen Liebe" eines Monsieur Pick. Die Geschichte über das Ende einer Liebe. Der Roman wird veröffentlicht und steht bald auf allen Bestseller-Listen.
Der ehemalige Literaturkritiker Jean-Michel Rouche will die wahre Entstehungsgeschichte des Romans erforschen und reist in die Bretagne.


Eine leicht erzählte und unterhaltsame Lektüre!

Buchtipp im März



Aydemir, Fatma: Ellbogen

Die 1986 in Karlsruhe geborene Autorin hat mit diesem Buch ihren Debütroman veröffentlicht. Sie erzählt die Geschichte der jungen Berliner Türkin Hazal auf der Suche nach ihrer Identität und einer Heimat. Sie lebt in zwei unterschiedlichen Kulturen, in zwei voneinander losgelösten Welten. Sie will sich aus der konservativen Welt ihrer türkischen Eltern befreien. Ihr Weg zu sich selbst führt sie über kriminelle Irrwege, schwere Konflikte und Abschiede schließlich nach Istanbul. Sie sucht nach Normen und Werten für ihr eigenes Leben, die sie in keiner der beiden Kulturen wirklich findet.


Fesselnd und bezeichnend für viele Biografien junger Frauen zwischen einer türkischen und deutschen Lebenswelt!


Axat, Federico: Myterium

Die Diagnose "inoperabler Hirntumor" wirft den jungen Geschäftsmann Ted McKay aus der Bahn. Von seinem Vorhaben, sich das Leben zu nehmen, wird er von Mr. Lynch abgehalten, der ihm den Auftrag erteilt, zuvor einen Mörder zu töten. Die Handlung nimmt an Fahrt auf, denn es wird klar, dass McKay keineswegs an einen Hirntumor leidet, sondern sich in der geschlossenen Abteilung einer psychiatrischen Klinik befindet. Seiner Therapeutin Dr. Hill gelingt es, den Kreislauf der Wahnvorstellungen zu durchdringen. Sie führt ihn immer näher an die Wahrheit heran. Schließlich eröffnet sich der Leserin/ dem Leser das eigentliche Drama.


Hochspannend und außergewöhnlich!

Buchtipp im Februar



Aichner, Bernhard: Totenrausch

"Totenrausch" ist der Abschlussband der Trilogie ("Totenfrau" und "Totenhaus") um die Bestatterin Brünhilde Blum, die wegen mehrfachen Mordes gesucht wird. Mit ihren beiden Töchtern kann sie auf die Lofoten fliehen. Von dort aus gelangen sie schließlich nach Hamburg. Ihr Wunsch dort Ruhe zu finden, wird jäh zunichte gemacht, als Brünhilde für den einflussreichen Zuhälter Schiele als Gegenleistung für neue Ausweispapiere einen Mord begehen soll. Sie weigert sich. Daraufhin entführt Schiele ihre Töchter und die verzweifelte Situation für Blum spitzt sich zu.


Atemberaubend spannend und in sich schlüssig!


Boyle, T.C.: Die Terranauten

Der Roman beruht auf einer wahren Begebenheit eines Experiments in den 90er-Jahren, bei dem sich Menschen in ein künstliches, abgeschlossenes Ökosystem einschließen ließen. In Boyles Roman stehen 4 Frauen und 4 Männern in dem Ökosystem "Ecosphere 2" im Mittelpunkt. Erzählt wird der 2 Jahre dauernde "Lebensversuch" aus Sicht von Dawn und Ramsay von innen, sowie Linda, die das Experiment von außen beobachtet. Technische Schwierigkeiten und der Mensch selbst mit seinen Grundbedürfnissen und Gefühlen führen das Experiment an seine Grenzen.


Vielschichtig, ironisch und nachhaltig im Kopf!

Buchtipp im Januar



Ransmayr, Christoph: Cox oder der Lauf der Zeit

Der neue Roman des renommierten Gegenwartsliteraten entführt die Leser*innen in das China des späten 18. Jahrhunderts. Der mächtige Kaiser Quianlong hat den genialen englischen Uhrmacher Alister Cox an seinen Hof eingeladen, um ihn noch nie da gewesene Uhren bauen zu lassen. Die ersten beiden Uhren, die Cox erbaut, sollen die Subjektivität der menschlichen Zeiterfahrung anzeigen, eine 3. - konstruiert als Perpetuum mobile - soll die Ewigkeit vermessen. Für Cox vollendet sich mit dem Bau dieser völlig neuartigen und unerhört kostbaren Uhren zugleich sein künstlerisches Werk.


Wie eine riesige Welle reißt die bildreiche und ausdrucksvolle Sprache des Romans die Leser*innen mit. Die sich zuspitzenden Geschehnisse erzeugen einen Spannungsbogen, der unterhaltende Lesestunden verspricht.

Röhrig, Tilman: Die Flügel der Freiheit

Ein weiterer Roman zum diesjährigen Reformationsjubiläum. Martin Luther trifft dabei zwischen 1523 und 1525 immer wieder auf die politischen und theologischen Aktivitäten seines einstigen Mitstreiters Thomas Müntzer in Allstedt und Mühlhausen. Der Verlagstext lässt eine packende Szenerie erwarten: Es hat geschneit. Auf den Wehrmauern liegt weißer Schimmer, als Barthel die Wartburg erreicht. Im Auftrag seines Meisters Lucas Cranach soll er Briefe an Martin Luther überbringen. Wie befürchtet erhält Luther Nachricht, dass radikale Kräfte seine Reformation gefährden. Deshalb will er so schnell es geht nach Wittenberg zurückkehren. Während es ihm dort gelingt, seine Schriften und Predigten endlich praktisch umzusetzen, erstarken seine Gegenspieler wieder. Vor allem sein einstiger Weggefährte Thomas Müntzer begibt sich auf einen riskanten Weg, er fordert den Aufstand gegen die weltliche Obrigkeit. Ein Weg, der viele Menschen in größte Gefahr bringt. Nicht zuletzt den Gesellen Barthel und seine Liebste Dorothea. Die Lage spitzt sich mehr und mehr zu. Luther beschließt, den Kampf gegen Müntzer aufzunehmen.


Wer eine leicht lesbare, belletristische Form sucht, einen Einblick in eine bedeutende und komplexe Phase der europäischen Geschichte zu gewinnen, dem sei dieser Roman empfohlen.